Andere Spielregeln

Ein Fels in der Brandung

27. Tag, Albanien: Die „Villa Osmani“ ist für mich ein Fels in der Brandung. In diesem Gasthaus in Durres bin ich viel für mich, arbeite, fühle in mich hinein. Die Fahrt nach Albanien hat mich Überwindung gekostet. Die Erfahrung mit dem bosnischen Polizisten saß mir noch im Nacken. Doch Aldo, der Manager des Hotels „Namaste“ und Albaner, hatte mich beruhigt. Albanien sei sicher und gastfreundlich.

Das ist es tatsächlich. Ich nutze die Zeit, um Texte für eine Werbeagentur zu schreiben und um Websites zu warten. Am Nachmittag gehe ich am Strand von Durres spazieren, der mich an Mallorca erinnert: Musik und Strandbars, ein Hotel neben dem anderen.. Der trübe Himmel spiegelt meinen seelischen Zustand wieder. Dann kommt ein Anruf aus Deutschland, Frankfurt am Main. Sebastian am Telefon: „Frank, bist du beim Podcast dabei?“

Podcast mit “Pfarrer & Nerd”

Klar bin ich das! Immerhin ist es 14 Jahre her, dass wir uns richtig Zeit füreinander genommen haben. Ich kenne Sebastian aus Studienzeiten: sonniges Gemüt, herzlicher Mensch, treuer Christ. Ich genieße das Gespräch mir ihm für „Pfarrer & Nerd“ sehr. Seine positive und unterstützende Art hebt mich aus meinen sorgenvollen Gedanken. Die Tage in Durres verbinden mich mit mir selbst und ich gewinne Klarheit über meine Ängste und Chancen.

Je weiter ich reise und je mehr ich zur Ruhe komme, desto mehr fallen mir unangenehme Gedanken in meinem Inneren auf, die mir unablässig sagen wollen, was ich zu tun und zu lassen hätte. Normalerweise kommentieren sie pausenlos meine Wahrnehmung. Doch hier in Albanien fällt es ihnen schwer, das äußere Geschehen zu bewerten. Es fehlen ihnen einfach die Bezugsrahmen. Die Menschen sind anders. Die Sprache ist fremd. Wie soll ich mein Verhalten ausrichten, wenn ich die üblichen Spielregeln gar nicht kenne?

Irgendwie ist das befreiend.

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