Liebe, Lust und Erwachen

Weshalb das Leben größtenteils eine Illusion ist

Dies ist ein sehr persönlicher Post, für meine engsten Freunde und diejenigen, die eine persönliche Verbindung zu mir haben. Es wird eh niemand anderes lesen, weil ich mich seit einem halben Jahr nicht gemeldet habe und – ganz ehrlich – was ich mit Dir jetzt teile, geht sowieso nur Dich und mich was an, und die Wenigen, die diesen Text bis zum Ende lesen.

Der selbe Mist ist dem selben Mann zum zweiten Mal passiert. Zwei Mal habe ich ein wichtiges Projekt versemmelt, weil ich mich zwei Mal in Leidenschaft verloren habe. Zugegeben, das passiert gestandenen Persönlichkeiten. Doch ich habe die Entscheidung getroffen, mich hinzugeben und das Risiko zugelassen mich zu verlieben, obwohl mein Bauchgefühl mir gesagt hat, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist. „Lass das lieber“, hat mein Bauchgefühl gesagt. “Dies ist eine Illusion – wenn auch eine schöne, wertvolle.”

Das passierte nach Dubai, vor einem halben Jahr

Platos Höhlengleichnis und das Spiel der Illusion.Nach meinem Aufenthalt in Dubai und der Geschichte mit dem gestohlenem Handy habe ich sehr schöne Zeiten erlebt, in denen ich verliebt bis über beide Ohren wie auf Wolken gegangen bin. Ich stieß Freunde von mir, sah nur noch das Paradies vor mir, in dessen Versprechen ewiger Süße mir alles gelingen würde, was ich mir vornahm. Ich habe mich diesem Traum völlig hingegeben und letztendlich meinen Traum zum Kailash zu reisen fast aufgegeben.

Leider funktioniert eine Beziehung nicht, wenn man von sich selbst zu viel aufgibt. Auch dann nicht, wenn jeder Tag einfach schön ist und alles andere anscheinend keine Rolle mehr spielt. Besonders hart wird der Aufschlag in der Realität, wenn die Traumblase vom Paradies wie eine Seifenblase zerplatzt und nichts mehr übrig bleibt als das verkrampfte Festhalten an dem, was eben noch so schön war. Aus der Furcht mein neu gefundenes Paradies zu verlieren erwuchs Wut. Meine Wut führte zu Hass. Mein Hass führte zu Leid. Ich war nicht mehr Herr meiner Sinne und vergaß alles um mich herum.

Das Tor in meine persönliche Hölle

Freiheit bedeutet sich den eigenen Dämonen zu stellen.Am Ende bin ich durch meine persönliche Hölle gegangen, weil ich mich meinen Dämonen stellen musste. Es gab keinen anderen Ausweg mehr. Ich hatte zu viel vernachlässigt und ich konnte nichts mehr reparieren. Das hat sich an wie ein langsames, zweifaches Sterben angefühlt. Zum einen musste ich mich einem Telefonanruf stellen und aufrichtig sein. Zum anderen musste ich erkennen, dass ich mit meinen Annahmen einem Menschen gegenüber einfach falsch lag. Bei beidem war ich Illusionen erlegen.

Das mag sich für Dich einfach anhören. Doch wir alle haben etwas, wovor wir uns im tiefsten unseren Inneren fürchten. Du kannst mich in eine Schlägerei verwickeln oder mit einem Fallschirm über der Wüste ohne Handy abwerfen. Alles nicht so schlimm. Aber zugeben, dass ich etwas verbockt habe, einen geliebten Menschen loslassen, weil er ein anderer ist als geglaubt – das war für mich die Hölle.

Das Loslassen der Illusion

Sich seinen Ängsten zu stellen führt aus der Illusion heraus.Hinterher war es gar nicht so schlimm, da durch zu gehen. Am Ende hat es mich gestärkt und reifer gemacht. Doch ich kann Dir sagen: Als es so weit war hat sich die Luft, die ich atmete, wie flüssiges Blei angefühlt. Letztendlich konnte ich meine Illusion loslassen, weil Freunde mich wach gerüttelt haben und für mich da waren, obwohl ich sie enttäuscht hatte.

Ich habe gelernt, dass die äußeren Erscheinungen dieser Welt ein Ausdruck innerer Geschichten sind, die wir uns jeden Tag selbst erzählen. 95 Prozent aller unserer Gedanken im Kopf sind nichts weiter als bedeutungslose Geschichten. „Der oder diejenige mag mich nicht“, „Dieses oder jenes schaffe ich nicht“, „Was soll bloß werden?“

Dankbar für die Lektionen des Lebens

Was nicht zu Dir gehört, ist eine Illusion.Ich habe gelernt, dass ich okay bin, mit allen meinen Fehlern. Ich habe außerdem gelernt, dass ich mir die Geschichten aussuchen kann, die ich mir und damit Anderen erzähle. Ich kann mir meine Realität selber erschaffen, solange ich realistisch und authentisch bleibe, ehrlich mit mir selbst. Und vor allem habe ich gelernt, dass die Menschen um mich herum es sehr, sehr gut mit mir meinen.

Im Grunde genommen wollen wir alle das gleiche: Liebe, Anerkennung, Frieden und Harmonie. Ich bin bescheiden geworden und freue mich über die guten Verbindungen, die ich zu den Menschen in meinem Leben habe.

An dieser Stelle geht tiefer Dank an Markus, Sabine, Carmen, Ludwig, Sonia, Mechthild, Michael, Dieter, Christian, Melanie, Nils, Kevin, Volker, Kelly, Vlado, Werner, Philipp, Monika, Thomas, Gisela, Gernot, Anita, Byrd, Marscha, Katia, Ilija, Nana, Nika, Nana und Olya, für das Verstehen wichtiger Lektionen in meinem Leben.

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