Ein Wegbegleiter schreibt

In Abu Dhabi habe ich beschlossen, die Selbstfindung zu pausieren, Zeit mit Freunden zu verbringen und mich auf das Geschäft zu konzentrieren. Ich brauche nicht viel, aber ein paar Dollar extra in der Tasche sind nützlich. Deswegen war es hier ruhig.

In der Zwischenzeit hat sich einiges angesammelt. Das hier zum Beispiel kam im vergangenen März, unterschrieben mit Ein Wegbegleiter. Er ist anonym geblieben. Ich erkenne, wie er schreibt.

„Toll. Wieder einmal weglaufen vor den Problemen. Susi wird wahrscheinlich nie ausgemottet und verkommt in irgendeiner Garage. Kennzeichen abbauen nicht vergessen… warum nicht gleich Gas geben und sich den Problemen stellen? Fliegen? Auch ökologisch total toll. Wie passt das alles denn in den ach so tollen Selbstfindungs-Blog? Und das ganze heißt dann ‚auf das Bauchgefühl hören‘? Die gleichen Verhaltensmuster und Entschuldigungen wie schon immer. Hauptsache, es gibt immer einen Grund oder eine Person, die Schuld ist. Ich frage mich, wie das alles finanziert wird und wann die Gönner aufhören zu unterstützen?“

Zurückgeschrieben habe ich, dass wir verschieden leben. Ihm sind Geld, Status und Ansehen wichtig. Mir gute Beziehungen, wenig Besitz und der Teil, den man nicht zählen kann.

Ich hätte mehr schreiben können. Ich schreibe dieser Stimme in der einen oder anderen Form mein Leben lang zurück.

In einem Punkt hat er recht, auch wenn er es kaum freundlich gemeint hat: Ich bin weitergefahren, statt zu bleiben und zu kämpfen.

Es war die richtige Entscheidung.