Du hast gefragt,
wann ich
zurückkomme
Gar nicht.
Jahrelang habe ich die Dramen anderer Leute getragen.
Dann habe ich mir mein eigenes eingestanden und bin losgefahren.
Am 8. März 2022 hatte ich Geburtstag und saß auf einem Sofa. Möbelhausmodell, sieht unbequem aus, bis man drauf liegt. Danach wundert man sich, wie ein grauer Klotz so freundlich sein kann.
Was am Nachmittag auf dem Sofa passiert ist, schreibe ich hier nicht auf. Es kämen Menschen darin vor, die nicht darum gebeten haben. Ich schreibe nur, was ich danach gedacht und auch so gemeint habe:
Das wird nie besser
Ich muss hier weg
„Schatz, ich fahr nach Indien.“
„Ja. Abendessen ist um sechs.“
Der Frau, die ich damals liebte, hatte ich gesagt: in sechs Wochen bin ich zurück. Rein rechnerisch ging das. Nach sechs Wochen war ich in Bosnien.
In Georgien blieb das Auto stehen. Den Rest bis Indien bin ich geflogen und dann zurückgekommen, nach Sakartvelo.
Der Mann auf dem Sofa hielt Glück für etwas, auf das man zufährt. Es hat mich eingeholt, als ich angehalten habe.
Bevor es mich einholen konnte, musste ich noch einmal in mein eigenes Dunkel. Hineingeschaut hatte ich schon einmal, im Studium. Psychologen nennen das Schattenarbeit. Diesmal habe ich eine verdammt helle Taschenlampe mitgenommen und mir angesehen, woran ich ein Leben lang vorbeigelaufen war.
Ich bin glücklicher als je zuvor.
Irgendwo zwischen Bosnien und Georgien habe ich aufgehört, die Fassade meines alten Lebens zwischen mich und die Welt zu halten. Die Dinge kommen jetzt näher. Manche bleiben.
Wie das ausgeht, weiß ich nicht.
Frank
Aus dem Journal
Briefe aus dem geparkten Auto. Ungefähr einmal im Monat. Lass mir Deine Adresse da.
Von Hand geführt, ohne Tracking. Austragen geht mit einem Wort.
Frank Goes Walkabout