Hundert Euro
Zweihundertsiebzehnter Tag, Georgien. Ich hatte zwanzig Jahre lang Angst.
Das ist die ehrliche Zusammenfassung. Mit zwanzig hatte ich den Traum, und ich bin nicht gefahren, und ich bin nicht gefahren, und ich bin nicht gefahren.
Was ich nicht verstanden hatte, ist, was eine Entscheidung tut. Sie räumt den Weg nicht frei, sie lässt einen anderen Weg entstehen. Ein Traum kann nicht am Leben bleiben, wenn der ganze Strom woandershin läuft.
Es gab einen Punkt auf dieser Reise, da hatte ich hundert Euro in der Tasche, zweitausend Kilometer hinter mir und achttausend vor mir. Keine Reserven. Keine Aussicht auf Arbeit unterwegs — dachte ich, weil ich die Möglichkeiten nicht sah, obwohl jede einzelne davon schon da war.
Das war nicht die Lage. Das war mein Kopf. Ich glaubte, ich sei es nicht wert, glücklich zu sein, und ein Mann, der das glaubt, bemerkt eine offene Tür nicht, selbst wenn er hineinläuft.
Ich bin trotzdem weitergefahren.
Inzwischen bekomme ich Geschmack daran, die Angst zu spüren und hineinzugehen. Bammel vor dem Gespräch? Gut. Rein. Der Auftrag ist eine Spur zu groß? Ausgezeichnet. Zu schüchtern, um die Frau mit den Augen anzusprechen?
Sieben Monate hier draußen, und es stellt sich heraus: Die Angst war nie das Hindernis. Sie war die Maut.
Frank Goes Walkabout