Die Womb Cave
Dreiundsechzigster Tag, Bulgarien. Dieser Ort setzt mich wieder in meine Mitte.
Die Womb Cave und das thrakische Heiligtum bei Kardschali in Südbulgarien sind ein Pilgerort für Paare, die Kinder wollen. Ich bin mehr oder weniger zufällig hier gelandet.
In der Nähe des Stausees gehe ich in mich und arbeite an den Glaubenssätzen und Mustern, die ich loswerden will. In Tagen des Alleinseins lerne ich, dass Stille etwas macht. Sobald die Eindrücke von außen zurücktreten, kommt nach vorn, was innen ist: Bilder, Gefühle, Gedanken. Angenehm ist das anfangs nicht immer. Es lohnt sich.
Die Welt weiter draußen benimmt sich merkwürdig. Inflation, Pandemie, Krieg. Die Nachrichten aus Deutschland lesen sich, als kämen sie aus einem Land, in dem ich nie war.
Ich glaube das meiste von dem, was man mir erzählt, seit einiger Zeit nicht mehr, und mir ist bewusst, dass das ein Satz ist, den Leute sagen, die zu lange ohne Gesellschaft waren. Ich notiere es und gehe weiter.
Hier unten haben die Bäume zu all dem keine Meinung, was ich erholsam finde.
Frank Goes Walkabout