Zehn Euro die Nacht

Sechzehnter Tag, Kroatien. Gestern war ich auf dieser Reise zum ersten Mal im Meer, irgendwo bei Split. Ich bin einfach rechts rangefahren.

Am Strand, die Füße im Sand, kommt es zum ersten Mal richtig an: Ich kann fahren, wohin ich will. Bis hierher habe ich es geschafft, also schaffe ich es überallhin.

Ich überlege, am Strand zu schlafen, und entscheide, dass zu viele Leute darauf sind. Also weiter Richtung Bosnien. Abends komme ich am Camp Biokovo nahe der Grenze vorbei, das ich zwei Tage vorher online gesehen und gemocht hatte. Jack Gratton lässt mich um zehn Uhr nachts rein, ohne viel Aufhebens.

Am Morgen setzt er sich zu mir und hilft mir zu planen. Er kennt die Apps, mit denen Reisende überall Arbeit finden, und eine Karte, die weiterfunktioniert, wenn der Handyvertrag aufhört — was zählt, denn meiner wird mich in Bosnien ein Vermögen kosten.

Jack ist vor drei Wochen in England losgefahren. Hier kümmert er sich ein paar Wochen um den Betrieb und freut sich über die Leute, die kommen und gehen.

Ich bleibe viel zu kurz und fahre am selben Tag weiter.

„Wenn Du über so etwas wie eine Reise nachdenkst, mach es einfach“, sagt er. „Von dem anderen Zeug brauchst Du nicht viel, um glücklich zu sein.“

Das Camp Biokovo liegt auf einem sanften Hügel und kostet zehn Euro die Nacht. Ich hoffe, ich sehe ihn wieder.