Sechs Männer aus Memmingen

Einundvierzigster Tag, Griechenland. „Du hast einen an der Klatsche“, sagt Markus. „Aber gut einen an der Klatsche. Ich wünschte, mehr Menschen hätten den Mut, ihr eigenes Ding zu machen.“

Er ist mit fünf Freunden auf Roadtrip. In fünf Tagen von Memmingen nach Griechenland, zweitausendachthundert Kilometer, mal campen, mal unter freiem Himmel. Zwei Wochen für die ganze Tour. Ich treffe sie im Meteora Garden.

„Die Komfortzone wird überbewertet“, sagt Wolfgang. Angst sei ein schlechter Ratgeber. Man müsse rauskommen und sehen, wie es woanders ist.

Helmut stimmt zu. „Ich hab noch zehn gute Jahre. Die will ich nutzen, denn dann kommt das Altersheim. Und was dann?“

Markus nimmt die Frage auf. „Dann komme ich Dich besuchen“, sagt er und stupst ihn mit dem Ellbogen an.

„Jeder muss seinen Weg gehen. Irgendwann ist es zu spät“, sagt Gerhard. „Je mehr Du zu Hause auf dem Sofa sitzt, desto leichter bist Du zu lenken.“ Die Welt sei verrückt geworden, sagen sie. Zu viele Regeln. Zu viel Gegängel.

Dann dreht sich das Gespräch, wie es das tut, um die Strecke, die Kilometer, die Orte. Deutschland, Österreich, Italien, runter.

„Wir haben wunderschöne Orte gesehen“, sagt Hans.

Sechs Männer, die zwei Wochen gebucht haben. Ich habe kein Rückreisedatum, und für die Länge eines Abends beneide ich sie um ihres.