Neujahr, Kutaisi

Zweihundertachtundzwanzigster Tag, Georgien. Silvester in Kutaisi.

Als ich vor zweihundertachtundzwanzig Tagen losgefahren bin, dachte ich, in sechs Wochen zurück zu sein, vielleicht acht. Heute Abend sehe ich nach vorn und stelle fest, dass ich es überhaupt nicht eilig habe. Da draußen liegen leuchtende Städte, staubige Wüsten und sehr viel Boden.

Ins Jahr gehe ich mit Jack, den ich vor Wochen hier kennengelernt habe — ein gutherziger Reisender, seit vier Jahren unterwegs. Wir ziehen durch die Straßen. Später geht er zu seiner georgischen Freundin. Er wird zu viel Chacha trinken und am nächsten Morgen eine lustige Geschichte haben.

Jeder Tag hat etwas. Wenn ich aus dem Fenster sehe, stehen weit weg schneebedeckte Gipfel. Tagsüber bin ich dankbar für eine Sonne, die fast jeden Morgen erscheint. Abends mache ich einen streunenden Kater mit einer Dose Futter glücklich.

Ich habe ihn Max genannt, nach Mad Max, weil er beim ersten Mal fast wahnsinnig vor Hunger war und mit zitternden Beinen rief.

Er ist jetzt rund und zufrieden und hat Meinungen.